PM: Tag des Artenschutzes

Mehr Waldwildnis nötig

02 . 03 . 2022

Er jährt sich am 3. März zum fast 50. Mal und ist doch wichtiger denn je: Der Tag des Artenschutzes, der seit 1973 auf bedrohte Tiere und Pflanzen hinweist. Feldhamster, Feldhase und Frauenschuh sind nur drei der bedrohten Arten in Hessen, auch die heimische Wildkatze gehört dazu. Sie galt jahrzehntelang als fast ausgestorben.

„Damit gefährdete Arten wie die Wildkatze langfristig bei uns überleben können, müssen wir dafür sorgen, dass mehr Wälder der Natur überlassen werden", sagt Dr. Bettina Hoffmann, Bundestagsabgeordnete der Grünen. Denn gerade die urigen Buchenwälder sind wichtig, damit sich die Wildkatze wohl fühlt.

2007 wurde nach 50 Jahren wieder die erste Widkatze im Nationalpark Kellerwald-Edersee gesichtet. Obwohl die Anzahl an Wildkatzen in Deutschland in den vergangenen Jahren steigt, gelten sie immer noch als gefährdet. Der Grund: Wildkatzen brauchen für ihre Streifzüge große, ruhige und alte Wälder. Die größte Gefahr für die bedrohte Tierart sei daher der Mensch, so die Umweltexpertin: Straßen- und Siedlungsneubau zerschneiden Landschaft und Wälder immer mehr. Alte Buchenstämme seien zudem Heimat für viele andere Lebewesen: Pilze, Larven, Spechthöhlen, die auch später von Fledermäusen genutzt werden. Liegendes Totholz werde von Schnecken, Würmern und Asseln langsam zu neuem Humus zersetzt. Dr. Bettina Hoffmann: „Daher setze ich mich dafür ein, dass ein Teil unserer Wälder die Urwälder von morgen werden. Die natürliche Entwicklung zu naturnahen Buchenwäldern müssen wir ermöglichen."

Zum Hintergrund: Der internationale Tag des Artenschutzes (UN World Wildlife Day) geht auf das Washingtoner Artenschutzübereinkommen vom 3. März 1973 zurück. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tiere und Pflanzen geschützt werden, die durch Handelsinteressen gefährdet sind.

In Deutschland sind rund ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet.