Handlungsfeld Wasserpolitik

Vor welchen Herausforderungen stehen wir in der nächsten Legislaturperiode?

05 . 08 . 2021

Das Magzin transparent der Gelsenwasser AG hat Dr. Bettina Hoffmann drei Fragen zur aktuellen Wasserpolitik gestellt. Hier ihre Antworten:

1. Wie bewerten Sie die Wasserstrategie des Bundesumweltministeriums?

Svenja Schulze hat in ihrer Amtszeit kaum etwas für den Wasserschutz getan. Unverbindliche Dialogrunden und Absichtserklärungen reichen nicht. Die Nationale Wasserstrategie fügt sich da ein. Sie wurde erst am Ende der Legislatur vorgelegt, ohne Ressortabstimmung und ohne Konzept für Umsetzung und Finanzierung. Dabei braucht es dringend Reglungen. Etwa dafür, dass nicht allein Kommunen, Wasserversorger und Haushalte für klimarobuste Wasserinfrastruktur oder die Reinigung von Abwasser zahlen.

2. Welches Thema sollte nach der Bundestagswahl dringend angegangen werden?

Das wichtigste Ziel bleibt, die Trinkwasser-Versorgung als Kern der öffentlichen Daseinsvorsorge sicherzustellen. Es gilt, diese viel mehr mit Klimakrise und Naturschutz zusammen zu denken. Um Wasserknappheit und Hochwasser vorzubeugen, müssen wir mehr Wasser in der Landschaft halten. Dazu kommt das Schadstoffthema: Nitrat, Waschmittelrückstände, Medikamentenreste: Immer mehr Schadstoffe aus einer Vielzahl von Quellen belasten Grundwasser, Bäche und Flüsse. Da braucht es eine Kehrtwende.

3. Wie bewerten Sie die Bedeutung der Wasser-Infrastruktur angesichts des Klimawandels in den nächsten Jahren?

Das Leitungsnetz für Trinkwasser und Abwasser ist in Deutschland historisch gewachsen. Nicht überall ist diese Infrastruktur für die Herausforderungen der Klimakrise gerüstet. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, die wertvolle Wasserinfrastruktur zu erhalten, zu stärken und klimasicher auszubauen. Das bedeutet auch, die Entwicklung von Schwammstadt-Konzepten voranzutreiben und bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen und Hochwasser in den Blick zu nehmen.