Plastikmüll ist teuer

WWF schätzt Lebenszeitkosten der Jahresplastikproduktion auf 3,7 Billionen Dollar

06 . 09 . 2021

Zur WWF-Warnung zu den Folgekosten von Plastikmüll erklärt Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

„Plastik ist bei vielen Anwendungen ein sinnvoller Werkstoff. Doch auch in Deutschland landet immer noch viel zu viel Plastik in der Umwelt, in der Müllverbrennung oder in Müllexporten. Auch deutscher Plastikmüll ist mitverantwortlich für die Vermüllung der Meere, massenhafte CO2-Emissionen und Gesundheitsschäden auf illegalen Mülldeponien im Ausland. All das verursacht hohe Kosten für unsere Gesellschaft, die wir uns viel zu selten vergegenwärtigen.

Das SPD-geführte Umweltministerium war beim Kampf gegen die Plastikvermüllung ein Totalausfall. Bis heute hat das Ministerium keinen funktionierenden Plan vorgelegt, um Einwegplastik wirksam zu reduzieren. Außer konzeptloser Symbolpolitik, Umsetzung von EU-Recht und wirkungslosen Dialogrunden hat die Bundesregierung nichts vorzuweisen. Wegweisende eigene Initiativen zur Vermeidung von Plastikmüll bleiben Fehlanzeige.

Die nächste Bundesregierung muss Einwegplastik den Kampf ansagen. Das zentrale Grünen-Projekt ist die konsequente Förderung von Mehrwegsystemen. Mehrweg darf nicht bei Getränkeflaschen halt machen. Wir wollen verbraucherfreundliche, digital gestützte Pfandsysteme zum Beispiel auch bei Versandverpackungen, Coffee To-Go, und Essen außer Haus zum Standard machen. Wir Grüne wollen in der nächsten Bundesregierung erstmals ein verbindliches Abfallvermeidungsziel gesetzlich vorschreiben, und die Verpackungsabfälle bis 2030 halbieren. Zudem streben wir einen gesetzlichen Vorrang für Mehrweg in allen Bereichen an, in denen dies ökologisch vorteilhaft ist."