Klimakrise verschärft Allergien

23 . 09 . 2020

Anlässlich des 15. Deutschen Allergiekongresses, welcher am 24. September beginnt, zeigt sich Dr. Bettina Hoffmann MdB besorgt über das Ausmaß der Allergieverbreitung in Deutschland:

„Ein Thema des diesjährigen Kongresses ist Planetary Health und Klimawandel. Die fortschreitende Klimaerhitzung sowie die Schadstoffbelastung der Luft haben einen Einfluss auf den Verlauf der allergischen Erkrankungen bei Betroffenen von Heuschnupfen, COPD und Asthma. Milde Winter und höhere Temperaturen führen dazu, dass bestimmte Bäume und Gräser länger blühen und höhere Mengen an Pollen freisetzen. Notwendig sind daher effektive Maßnahmen zur Vermeidung von neuen allergenen Pflanzen und Tieren. Dazu gehört die Bekämpfung von Ambrosia aber auch einheitliche Empfehlungen an Grünflächenämter der Städte und Kommunen für die Neupflanzungen von Baum- und Straucharten, die ein geringes Allergierisiko tragen.

Allergien haben den Rang einer „Volkskrankheit" erreicht. Trotzdem wird ihre Bedeutung im Gesundheitswesen und als sozioökonomische Belastung unterschätzt. Es ist absehbar, dass die Verbreitung allergischer Erkrankungen zunehmen wird. Heute sind 30 % der Bevölkerung von Allergien betroffen, weitere 50 % der Bevölkerung sind bereits sensibilisiert und haben ein erhöhtes Risiko, zu den Allergiker*innen von morgen zu gehören.

Die Versorgung von allergischen Erkrankungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Grade in Zeiten von Corona sollten die Diagnostik und Behandlung von Allergiker*innen und Asthmatiker*innen nicht vernachlässigt werden.

Die Weichen für effektive Präventionsmaßnahmen von allergischen Erkrankungen müssen jetzt gestellt werden, um die weitere Zunahme von Allergikern auch unter den Kindern zu stoppen. Dazu gehört ein Verbot von potenten Allergieauslösern in Kinderspielzeug, Bastel- und Schulmaterialien sowie eine bessere Kennzeichnung von Allergenen. Nötig sind zudem eine bessere Versorgung und eine Anpassung der Finanzierung von Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation und Forschung an den Bedarf der Allergiker*innen."