Antrag Elektroschrott

Unser Ziel: Wertstoffkreisläufe schließen

05 . 01 . 2020

Von der Waschmaschine bis zum Smartphone kommen jedes Jahr immer mehr Elektronikgeräte auf den Markt. Allein 2017 wurden in Deutschland rund 2,1 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr gebracht. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch 2007. Die Digitalisierung von immer mehr Lebensbereichen oder die zunehmende Elektrifizierung der Mobilität etwa durch E-Roller führen dazu, dass die Zahl elektrischer Geräte weiter steigt. Diese Trends bieten große ökologische Chancen, sie sind aber auch mit einem massiven Ressourcenverbrauch verbunden. Wenn Geräte schon nach kurzer Nutzungsdauer ausgetauscht werden, weil Teile verschleißen, die Geräte nicht reparierbar sind, keine Ersatzteile verfügbar sind, oder für verwendete Software keine Updates mehr angeboten werden, ist das einerseits ein Ärgernis für die Verbraucherinnen und Verbraucher, andererseits heizt das die Verschwendung von wichtigen Rohstoffen weiter an.

Die Bundesregierung muss deshalb entschlossener als bisher dafür sorgen, dass die Wertstoffkreisläufe bei Elektroniktgeräten geschlossen werden.

Hier die Kernforderungen des Antrags "Elektroschrott - Wertstoffkreisläufe schließen":

Handypfand: Alte Smartphones oder Tablets sind kein Schrott, sondern ein wichtiges Rohstofflager von Gold, Silber oder Kupfer. Rund 124 Millionen Handys verstauben in Schubladen. Diesen Schatz wollen wir heben. Mit einem Pfand in Höhe von 25 Euro auf neue Smartphones und Tablets, schaffen wir den Anreiz, alte Geräte wieder zurückzugeben.

Rücknahmeverpflichtung für Handel: Das EU-Recht schreibt vor, dass in Deutschland 65 Prozent der Elektrogeräte gesammelt werden müssen. Dieses Ziel verfehlen wir krachend und sammeln gerade mal 45 Prozent. Die Rückgabe von Elektroschrott muss so einfach sein, wie der Kauf eines Elektrogerätes. Bisher machen sich Ketten wie Aldi, Lidl, Rossmann einen schlanken Fuß bei der Rücknahme. Wir brauchen eine lückenlose Rücknahmepflicht. Wer Elektrogeräte verkauft, muss den Schrott auch zurücknehmen, unabhängig von der Größe der Ladenfläche.

Rücknahmepflicht Onlinehandel: Auch Online-Händler wie Amazon sind in der Pflicht, Altgeräte zurückzunehmen. Wir verlangen, dass sie Rückgabe-Stationen in jedem Postleitzahlgebiet mitfinanzieren. Viele Kundinnen und Kunden nehmen zwar die Beratungsleistung der Kleinbetriebe vor Ort in Anspruch, entscheiden sich aber für den Online-Kauf. Altgeräte bringen sie trotzdem zum stationären Händler.

Hochwertiges Recycling stärken: Deutschland ist ein rohstoffreiches Land, wenn wir Kupfer, Lithium oder Kobalt aus unseren Altgeräten wirklich wiederverwenden würden. Die Bundesregierung rechnet sich das Recycling von Elektrogeräten aber schön. Wenn wir den Sprung in eine echte Kreislaufwirtschaft schaffen wollen, brauchen wir auch materialspezifische Quoten, die die wahren Recyclingmengen abbilden.

Illegale Exporte verhindern: Der Export von Elektroschrott ist in Europa verboten. Dennoch werden noch immer jedes Jahr Hundertausende Tonnen Elektroschrott nach Ghana, Nigeria, Südafrika oder Indien verschifft. Die Bundesregierung muss den Zoll personell stärken, damit er wirksame Kontrollen durchführen und Gesetzesverstöße konsequent ahnden kann.

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