Diskussionspapier Kreislaufwirtschaft

Strategie für eine ressourcenleichte, giftfreie und klimaneutrale Kreislaufwirtschaft

27 . 02 . 2020

Unsere Wegwerfgesellschaft steuert geradewegs in eine Sackgasse. Der Ausweg ist eine echte und umfassende Kreislaufwirtschaft. Wertschöpfung dürfen wir nicht mehr von einem Anfang bis zu einem Ende denken. Wir müssen sie in einem Kreis halten. Dazu sind klare Regeln für das Produktdesign und die Verwertung erforderlich.

Deutschland ist europäisches Schlusslicht, wenn es um Müllvermeidung geht. Für das Klima ist das eine schlechte Nachricht. Wir werden unsere Klimaziele nur erreichen, wenn wir sorgsamer mit den Wertstoffen und der Energie umgehen, die in unseren Alltagsprodukten stecken. Dafür brauchen wir einen neuen Denkansatz: Produkte, die das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben, sollen nicht länger Müll sondern wertvolles Rohstofflager sein.

Während die EU-Kommission und Länder wie die Niederlande vorangehen, verpasst die Bundesregierung die einmalige Chance, die Kreislaufwirtschaft als tragende Säule eines nachhaltigen Wirtschaftssystems mitzugestalten.

Alle Branchen sind von dem anstehenden Wechsel in die Kreislaufwirtschaft betroffen. Es ist daher höchste Zeit, dass wir auch in Deutschland einen breiten Diskurs führen. Mit diesem Papier bietet Bettina Hoffmann eine Diskussionsgrundlage dafür.

Digitale Produkt- und Materialpässe werden entscheidende Instrumente für eine Kreislaufwirtschaft sein. Sie liefern wesentliche Informationen zur Erschließung der wertvollen Rohstofflager. Transparenz eröffnet zudem die Möglichkeit, Strategien zum wirksamen Schutz von Umwelt und Gesundheit zu entwickeln: Welche Materialien sind am besten geeignet? Welche Schadstoffe können wir vermeiden? Gibt es unschädliche Alternativen?

Viele Menschen versuchen heute schon im Alltag, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, etwa in dem sie darauf achten, weniger Müll zu produzieren, weniger Einwegplastikartikel zu kaufen oder möglichst fair und ökologisch produzierte Güter anzuschaffen. Allerdings stoßen sie damit an allen Ecken und Enden unserer Konsumgesellschaft auf Hindernisse. Wer den Einkauf im Supermarkt um die Ecke meiden möchte, weil dort viele Waren doppelt und dreifach in Papier und Plastik eingepackt sind, muss längere Wege in Kauf nehmen, um beim Wochenmarkt oder Unverpackt-Laden einzukaufen. Faire und ökologische Kleidung findet man nur selten in Läden vor Ort. Bestellt man sie im Internet, kommt es vor, dass jedes einzelne Teil in einer separaten Einwegverpackung geliefert wird. Geht das Handy oder der Laptop kaputt, lohnt sich oft nur ein Neukauf, weil eine Reparatur teuer oder unmöglich ist.

Als Verbraucher*innen haben wir in unserer Gesellschaft kaum eine Chance, uns der Ressourcenverschwendung zu entziehen – wir brauchen also eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen. Der Zweck des Diskussionspapier "Grüne Strategie für eine ressourcenleichte, giftfreie und klimaneutrale Kreislaufwirtschaft" ist es, genau dafür Vorschläge zu liefern.

Sie können das ganze Papier hier herunterladen.

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