Plastiktütenverbot: Anreize für Mehrweglösungen fehlen

Brauchen weiterhin Gesamtpaket zur Abfallreduzierung

13 . 08 . 2019

Zu den Ankündigungen des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder und der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Plastiktüten zu verbieten, erklärt Bettina Hoffmann: 

"Gut, dass auch Svenja Schulze und Markus Söder endlich erkannt haben, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht ausreichen, um die stetig wachsenden Plastikberge abzubauen. Ohne klare Anreize für die Nutzung mehrfach verwendbare Beutel und Tragetaschen, bleibt der Vorschlag der Bundesregierung für ein Verbot von Plastiktüten aber reine Symbolpolitik. Notwendig ist ein verbindlicher Rechtsrahmen, um kurzlebige und umweltschädliche Einwegprodukte unattraktiv zu machen und Mehrweglösungen konsequent zu fördern.

Der Umwelt ist nicht geholfen, wenn das Einwegprodukt Plastiktüte einfach nur durch ein anderes Einwegprodukt wie die Papiertüte ersetzt wird. Auch eine Einwegpapiertüte hat eine schlechte Ökobilanz und ist kein nachhaltiges Produkt. Ein Verbot aller Plastiktüten muss deshalb von einer verbindlichen Abgabe auf alle restlichen Einwegtüten flankiert werden. Die Einnahmen daraus können zur Förderung von Mehrweglösungen genutzt werden. So wird es attraktiv, die eigene Einkaufstasche mitzubringen, oder auf ein Mehrwegnetz für Obst und Gemüse zurückzugreifen.

Deutschland ist weiterhin das EU-Schlusslicht beim Vermeiden von Verpackungsmüll. Um das Plastikproblem wirklich in den Griff zu bekommen, braucht es weitere Schritte zur Müllvermeidung. Wir brauchen eine deutlich stärkere Förderung von Mehrwegsystemen und weitere Schritte zur Vermeidung von Einwegverpackungen, Coffee-to-go-Bechern oder Take-away-Essensverpackungen. Hier warten wir noch immer auf konkrete Vorschläge von Svenja Schulze."