Mikroplastikquelle Kunstrasen

Entwicklung naturverträglicher und sportlich geeigneter Alternativen muss konsequent gefördert werden

18 . 07 . 2019

Die Europäische Kommission will sogenanntes Mikroplastik, kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter fünf Millimeter, verringern, weil dieses umweltschädlich sei. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) führt in diesem Zusammenhang öffentliche Befragungen durch, welche Auswirkungen es hätte, wenn weniger Mikroplastik-Granulat eingesetzt würde. Dieses wird unter anderem als Füllmaterial für Kunstrasen auf Fußballplätzen genutzt. Die ECHA geht davon aus, dass jährlich erhebliche Mengen Mikroplastik in den Boden und in Flüsse, Seen und Meere gelangen. Dort werden die Partikel womöglich von Tieren aufgenommen und können somit in die Nahrungskette gelangen.

Dazu erklären Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik und Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik:

Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

„Alle Eintragsquellen für Mikroplastik müssen betrachtet werden. Mikroplastik ist inzwischen überall in der Umwelt und kann zu einer Gefahr für unsere Gesundheit werden. Die Bundesregierung und auch die EU haben diese Umweltverschmutzung viel zu lange unterschätzt und ignoriert. Es ist konsequent, dass die Europäische Chemikalienagentur den Einsatz von Kunststoffgranulat als Füllmaterial auf Kunstrasenplätzen und bewusst beigesetztes Mikroplastik insgesamt jetzt angeht, doch darf das nicht zu Lasten der Kinder und Jugendlichen, Schulen, Sportvereine und Kommunen gehen. In den Übergangszeiten sollten alle technischen Möglichkeiten, wie Abwasserfilter zum Schutz vor Einträgen, eingesetzt werden. Auch die Entwicklung naturverträglicher und sportlich geeigneter Alternativen muss konsequent gefördert werden."

Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik:

"Der Sportbetrieb darf nicht zum Erliegen kommen. Sport hat viele gesellschaftliche Funktionen: Hier gelingt täglich Integration und Inklusion, er fördert unsere Gesundheit und Werte wie Fairness und Teamgeist werden gelebt. Ausreichend vorhandene und bespielbare Sportflächen sind die Grundvoraussetzung dafür, dass Sportreiben möglich ist. Wir brauchen angemessene Übergangszeiten, damit Sportvereine und Kommunen sich bei Kunstrasenplätzen nachhaltig aufstellen können ohne dass der Sportbetrieb zum Erliegen kommt. Die EU muss außerdem zusammen mit den Mitgliedstaaten klären, wie man den Kommunen und Sportvereinen beim notwendigen Umbau der Plätze schnellstmöglich finanziell unter die Arme greifen kann."