Antrag: Grundwasser schützen, Überdüngung stoppen

Die wichtigste Maßnahme ist das Ende der Massentierhaltung

16 . 05 . 2019

Grundwasser ist unsere wichtigste Trinkwasserressource. Doch seit Jahren ist das Grundwasser in Deutschland vielerorts massiv mit Nitrat belastet, eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. 2017 lag der Nitratwert an 17 Prozent der Grundwassermessstellen in Deutschland über dem in der europäischen Nitratrichtlinie festgeschriebenen Schwellenwert von 50 mg/l. Insgesamt 27 Prozent der deutschen Grundwasserkörper sind aufgrund zu hoher Nitratwerte in einem chemisch schlechten Zustand. Um weiterhin eine hohe Trinkwasserqualität sicherzustellen, müssen die Wasserversorger immer aufwändigere und teurere Verfahren zur Wasseraufbereitung einsetzen. Das geht auf Kosten der Wasserversorger und Verbraucher. Doch auch die Biodiversität insbesondere in Nord- und Ostsee ist durch die Überdüngung stark gefährdet.

Wir Grüne im Bundestag fordern in einem Antrag an die Bundesregierung deshalb:

  • insbesondere in den stark belasteten roten Gebieten schnellstmöglich wieder eine gute Wasserqualität sicherzustellen und dafür unverzüglich effektive Maßnahmen zu beschließen
  • Maßnahmen zu ergreifen, um die Tierhaltung in Deutschland durchgängig an die Fläche zu binden und den Viehbestand auf ein umweltverträgliches Maß von maximal 2 Großvieheinheiten pro Hektar zu reduzieren
  • den zu hohen Einsatz von Mineraldüngerebenfalls zu begrenzen, die Nährstoffe realitätsgetreu zu bilanzieren und echte Transparenz über die Nährstoffströme zu schaffen
  • eine umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern, die zur Reduzierung der Stickstoffeinträge beiträgt

 

Bettina Hoffmann erklärt dazu:

"Seit Jahren ist das Grundwasser in Deutschland vielerorts massiv mit Nitrat belastet. Damit sich das ändert, muss Julia Klöckner ihren Widerstand gegen bessere Düngeregeln aufgeben. Die letzten Novellen des Düngerechts waren leider nur wenig zielführend, so dass die Agrarministerin nochmal nachbessern muss, wenn sie nicht weiter für schmutziges Grundwasser verantwortlich sein will.

Insbesondere in den stark belasteten roten Gebieten muss die Bundesregierung wieder eine gute Wasserqualität sicherstellen. Die wichtigste Maßnahme ist dabei, das Ende der Massentierhaltung einzuläuten. Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn zu viele Tiere auf zu wenig Fläche gehalten werden, können die Felder in der Gegend die Menge an Nitrat nicht aufnehmen, am Ende verschmutzt es das Grundwasser. Wir brauchen deshalb eine Beschränkung des Viehbestands auf ein umweltverträgliches Maß von maximal 2 Großvieheinheiten pro Hektar.

Noch immer dürfen Landwirte Phantom-Verluste von Dünger geltend machen, die lediglich auf dem Papier anfallen. Die Ausbringungsmengen von Mineraldünger sind überhaupt nicht begrenzt. Damit muss künftig Schluss sein.

Um weiterhin eine hohe Trinkwasserqualität sicherzustellen, müssen die Versorger das Grundwasser mit immer teureren Verfahren reinigen. Damit die Kosten dafür nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchen hängen bleiben, brauchen wir eine Landwirtschaft, die nicht auf Massentierhaltung sondern auf ökologischen Landbau setzt.

Bio-Bauern verursachen viel weniger Dünge-Überschüsse als die konventionelle Landwirtschaft. Anstatt sich weiter für die Interessen der Massentierhalter einzusetzen, sollte Julia Klöckner deutlich mehr Anstrengungen unternehmen, damit die Bundesregierung ihr selbstgestecktes Ziel von 20 Prozent Ökolandbau bis 2030 erreicht."

Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet hier über den Antrag.