Schlupflöcher im EU-Chemikalienrecht schließen

Es darf nicht sein, dass in der EU Chemikalien jahrelang weiter verkauft werden dürfen, obwohl ihre Gefährlichkeit nachgewiesen ist.

02 . 04 . 2019

Zur heute veröffentlichen Studie des European Environmental Bueros (EEB), wonach schädliche Chemikalien jahrelang auf dem Markt bleiben, erklärt Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit:

„Es darf nicht sein, dass in der EU Chemikalien jahrelang weiter verkauft werden dürfen, obwohl ihre Gefährlichkeit nachgewiesen ist. Die Schlupflöcher des europäischen Chemikalienrechts müssen geschlossen werden. Je mehr giftige Chemikalien produziert werden, desto mehr reichern sie sich in Produkten und der Umwelt an und werden so zu einer wachsenden Gefahr für unsere Gesundheit und unsere Natur.

Die Bundesregierung ist gefordert, den Grundsatz "No data - no market" durchzusetzen. Es muss sichergestellt werden, dass die REACH-Anforderungen bei den Registrierungsdossiers von Anfang an vollständig erfüllt sind und die Industrie alle Daten bereitstellt, die für eine umfassende Sicherheitsbewertung notwendig sind. Verstöße von Unternehmen beim Registrierungsprozess sollten transparent gemacht werden.

Die Industrie und die europäischen Behörden sind in der Verantwortung, die Prozesse im Rahmen der REACH-Verordnung deutlich zu beschleunigen. Das Ziel, alle relevanten und bereits bekannten besonders besorgniserregenden Stoffe bis 2020 in die REACH-Kandidatenliste aufzunehmen, muss eingehalten werden. Hier ist die Industrie in der Pflicht, die nötigen Daten in der erforderlichen Frist zuzuliefern."

Hintergrund EEB-Studie: https://eeb.org/chemical-evaluation-report-achievements-challenges-and-recommendations-after-a-decade-of-reach/