Der NO2-Grenzwert schützt richtig

Anwendung des Vorsorgeprinzips sorgt für Umweltgerechtigkeit

23 . 01 . 2019

Zur aktuellen Debatte über Stickoxidgrenzwerte erklärt Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

"Es geht hier im Kern um die Frage: Wie schützen wir vorsorgend die Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger? Grenzwerte sind dazu da, um insbesondere auch empfindliche Menschen wie Kranke, Kinder und Schwangere zu schützen. Es ist richtig, dass diese Werte streng sind und an der Gesundheit der Schwächsten ausgerichtet sind.

Der Grenzwert gewährleistet, dass sich alle Personen zu jeder Zeit an der Luft aufhalten können, ohne Gesundheitsgefahren durch NOX zu fürchten. Das EU-weite Recht auf saubere Luft ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit. Der rechtlich festgelegte Wert ist selbstverständlich auch einzuhalten. Die Bundesregierung ist verantwortlich dafür, ob es ihr gefällt oder nicht.

Die Expertinnen und Experten der Weltgesundheitsorganisation kamen 2013 nach umfassender Prüfung zu dem Ergebnis, dass mit gesundheitsrelevanten Wirkungen von Stickstoffdioxid bereits ab einer langfristigen durchschnittlichen Exposition von 20 Mikrogramm kalkuliert werden muss. Es wird sogar darüber nachgedacht, den Grenzwert bei der nächsten Revision der WHO-Empfehlungen zu verschärfen. Andere Länder haben schon einen strengeren Grenzwert: In Österreich gilt seit 2012 ein Grenzwert von 35 Mikrogramm/m3. In der Schweiz gilt ein Jahresmittelwert von 30 Mikrogramm/m3."

Hintergrund

  • das GRÜNE FAQ zum Thema Stickoxid-Grenzwerte. Hinweise und Korrekturvorschläge zu diesem Faktencheck senden Sie gerne an das Büro von Bettina Hoffmann MdB.
  • ein ausführliches Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie