Wenn Deutschland es nicht schafft, wer dann?

Anhörung zum Peer-Review-Bericht im PBnE

11 . 10 . 2018

Eine internationale Expertengruppe, unter Leitung der ehemaligen neuseeländischen Premierministerin Helen Clark, wurde von der Bundesregierung beauftragt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie zu prüfen. Dieser Peer-Review-Bericht liegt nun vor. Am 10. Oktober lud der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung zwei der Experten zu einem Fachgespräch in den Bundestag ein.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll die Umsetzung der im September 2015 von der Weltgemeinschaft verabschiedeten 17 Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sicherstellen. Und die Erwartungen an Deutschland sind groß. Karl Falkenberg, in seiner letzten Position Sonderbeauftragter für Nachhaltige Entwicklung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Jan-Gustav Strandenaes aus Norwegen, der u.a. als Verbindungsbeamter zwischen den VN und der NGO-Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen in New York gearbeitet hat, stellten die Empfehlungen des Berichts vor und mahnten eindringlich, dass die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) Maxime für unser politisches Handeln werden müssen.

Deutschland scheint gut gerüstet zu sein, um die Ziele ambitioniert umzusetzen. Aber es ist noch viel zu tun: Eine wirkliche Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit ist auch in Deutschland in vielen Bereichen in weiter Ferne.

In der Diskussion ging es dann vor allem um die Nachhaltigkeitsagenda als Planungsinstrument für ganzheitlichere, Sektor übergreifende Lösungen für die drängendsten ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit, die ein „out of the box" Denken voraussetzen. Nach Empfehlung der „Peers" sollte dazu der Beirat als ein möglicher Ort für Ressort übergreifende Herangehensweisen an politische Herausforderungen gestärkt werden. Gleichzeitig mahnten sie aber, dass sich die Ziele auch in den nationalen Haushalten spiegeln müssen. Um in der Bevölkerung mehr Begeisterung für die SDGs zu wecken sollten mehr Erfolgsgeschichten zu nachhaltigem Handeln erzählt und Nachhaltigkeit systematisch in das Bildungssystem integriert werden.