Mikroplastik-Funde im Menschen

weitere Forschung über Gesundheitsauswirkungen nötig

23 . 10 . 2018

Zu aktuellen Nachweisen von Mikroplastik im menschlichen Darmtrakt erklärt Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

Die Funde zeigen: Mikroplastik ist mittlerweile überall. Forscher haben Mikroplastik bereits unter anderem in der Raumluft, in Bier, Salz oder Muscheln nachgewiesen. Die aktuellen Funde im Darmtrakt überraschen deshalb nicht.

Die Bundesregierung muss das Thema Mikroplastik endlich stärker in den Fokus nehmen. Zwar ist es gut, dass sie ein großes Forschungsprojekt über Quellen und Senken von Mikoplastik gestartet hat. Der Aspekt der menschlichen Gesundheit kommt dabei aber zu kurz.

Weitere Forschung über die Gesundheitsauswirkungen von Plastik in unserem Körper ist nötig. Zu klären ist zum Beispiel, inwieweit Plastik-Additive wie Bisphenol A durch Mikroplastik in den Körper gelangen können und ob sie dort Gesundheitschäden anrichten. Bei Tieren und in Modellen konnte bereits nachgewiesen werden, dass untrakleines Nanoplastik die Blut-Hirn-Schranke, die Placenta-Schranke und die Darmbarriere überwinden kann. Hier braucht es entsprechende Untersuchungen auch für den Menschen.

Im Sinne des Vorsorgeprinzips muss die Bundesregierung jetzt handeln und den Eintrag von Mikroplastik in unsere Umwelt stoppen. Dazu gehört, Mikroplastik in Kosmetika zu verbieten und den Eintrag von Mikroplastik über Kompost oder Gärreste aus Biogasanlagen in Böden und Gewässer zu beenden.

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