Wasser darf nicht zu einem giftigen Chemikaliencocktail werden

Bundesregierung muss jetzt konkrete Maßnahmenvorschläge für den Schutz unseres Wassers vorlegen

22 . 10 . 2018

zur Berichterstattung über eine Studie zur Finanzierung einer vierten Reinigungsstufe für Abwässer im Auftrag des BDEW erklärt Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit:

"Es ist alarmierend, dass die Belastung der Gewässer mit Spurenstoffen aus Arzneimitteln immer weiter zunimmt. Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage und darf nicht zu einem giftigen Chemikaliencocktail werden.

Die Bundesregierung muss endlich das Vorsorgeprinzip ernstnehmen und Gewässerverunreinigungen mit Spurenstoffen schon an der Quelle unterbinden. Statt die Lösung der Probleme in immer neuen Stakeholder-Dialogen zu verschleppen, muss die Bundesregierung jetzt konkrete Maßnahmenvorschläge für den Schutz unseres Wassers vorlegen.

Die Pharmaindustrie darf sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen. Hersteller von Arzneimitteln müssen sich an den Kosten der Wasserwiederaufbereitung beteiligen, soweit sie Wasser mit ihren Medizinprodukten verunreinigen.

Es darf nicht sein, dass die Kosten für die Wasserwiederaufbereitung allein bei den Wasserbetrieben hängen bleiben oder auf die Verbraucherinnen und Verbraucher umgelegt werden. Der Zugang zu Wasser darf keine Frage des Geldbeutels werden. Ein Verursacher-Fonds kann hierzu ein guter Weg sein."

Hintergrund:

  • FAZ, 22.10.2018, Seite 15: "Zwei Euro Umweltabgabe für jedes Medikament"
  • Studie des BDEW "Kosten und verursachungsgerechte Finanzierung einer vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen"