Bundesregierung erhält Nachhilfe beim Thema Nachhaltigkeit

zum Bericht „So geht Nachhaltigkeit - Deutschland und die globale Nachhaltigkeits-Agenda 2018“

25 . 09 . 2018

Zum Bericht „So geht Nachhaltigkeit - Deutschland und die globale Nachhaltigkeits-Agenda 2018" erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Bettina Hoffmann, Obfrau im Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung:

Der Bericht wirft ein Schlaglicht auf die Versäumnisse der Bundesregierung bei der Umsetzung der Agenda 2030. Gleichzeitig zeigt er anhand etlicher Beispiele, dass Nachhaltigkeit kein abstrakter Begriff ist, sondern das Ergebnis konkreter Anstrengungen und Maßnahmen. Die 17 beschriebenen Vorzeige-Initiativen und -projekte machen aber auch deutlich: die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele kann zur Erfolgsgeschichte werden. Das gilt auf nationaler wie internationaler Ebene.

Die Agenda 2030 ruft alle Staaten dazu auf, ihren Beitrag zur Lösung der drängendsten Probleme unserer Zeit zu leisten. Obwohl im Koalitionsvertrag die Umsetzung der Agenda 2030 und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung als Maßstab und Richtschnur des eigenen Regierungshandelns bezeichnet werden, torpediert die Bundesregierung ihre selbstgesteckten Ziele. Der Umgang mit der Räumung des Hambacher Waldes und dem Diesel-Skandal zeigt überdeutlich, dass die Bundesregierung die Interessen einer rückwärtsgewandten Wirtschaft über eine nachhaltige Entwicklung stellt.

Wenn ein wirtschaftliches Schwergewicht wie Deutschland eine derart zukunftsvergessene Politik betreibt, bleibt das auch nicht ohne Folgen für die Welt. Leittragende sind die Menschen im globalen Süden. Die Auswirkungen der verantwortungslosen Landwirtschaftspolitik, die ungerechten globalen Handelsbeziehungen und ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse sowie die Versäumnisse in der Klimapolitik machen Entwicklungspotenziale im globalen Süden zunichte. Die Bundesregierung muss deshalb bei jedem Vorhaben sowohl das große Ganze ebenso im Blick haben, wie auch konkrete Lösungsansätze in Detailfragen – eine Politik, die global denkt und lokal handelt.