Nationales Naturerbe vor der Haustüre von Kassel

„Hute am Seilerberg“

23 . 07 . 2018

Die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe ist seit 2015 Eigentümerin des Nationalen Naturerbes „Hute am Seilerberg". Die ehemalige Militärfläche soll langfristig als Hutweide und Mähwiese genutzt werden, um gefährdeten Tieren und Pflanzen eine Heimat zu bieten. Die Bewirtschaftung mit vielfältigen Maßnahmen von zeitlich gestaffelter Mahd über Freischneiden aufkommender Gehölze bis zur Beweidung mit Schafen und Ziegen konnte sich die Bundestagsabgeordnete Dr. Bettina Hoffmann bei einer Besichtigung anschauen. Begleitet wurde sie auf ihrer Sommertour vom Kreisvorstand der Grünen des Landkreises Kassel Susanne Regier und Reinold Orth. Erläutert wurden die Maßnahmen von Axel Krügener vom RP Kassel. Dieser lobte die Zusammenarbeit von ehrenamtlichem und amtlichem Naturschutz.
„Das gemeinsame Ziel von NABU Stiftung und lokalen Akteuren ist es die biologische Vielfalt einer Kulturlandschaft mit schonender Nutzung zu erhalten. Das ist eine beispielhafte Herangehensweise", so Hoffmann.

Im Gespräch mit einer jungen Frau, die die Schäferei zu ihrem Beruf machen möchte zeigt sich, dass es kaum noch Ausbildungsplätze für diesen traditionellen Beruf gibt und die finanziellen Rahmenbedingungen für eine existenzsichernde Arbeit nicht gegeben sind.
„Auf Grund der zugespitzten Lage, in der sich die Schafhalter befinden, halte ich die Weidetierprämie für Kleinwiederkäuer für ein adäquates Mittel, um deren ökonomische Situation kurzfristig zu entspannen. Deshalb plädiere ich dafür, diese zum 01.01.2019 auch in Deutschland einzuführen", erläutert die umweltpolitische Sprecherin der Grünen. Dazu hat ihre Fraktion einen Antrag im Bundestag gestellt. Leider scheint es so zu sein, dass die große Koalition sich gegen eine Weidetierprämie aussprechen wird. „Als hessische Grüne haben wir deshalb beschlossen, sollte es keine bundesweite Einführung geben, zu schauen wie wir eine solche Förderung in Hessen umsetzten können, sollten wir nach den Landtagswahlen im Oktober weiter Teil der Landesregierung sein",

„Grundsätzlich sehe ich die Weidetierprämie als kurzfristige Lösung. Das Ziel muss eine grundlegende Reformierung der „Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik" (GAP) sein, in der die Landwirte dann Geld bekommen, wenn sie einen Mehrwert für die Allgemeinheit schaffen. Dadurch würden gerade Schäfer*innen und andere Weidetierhalter*innen profitieren, da sie wichtige Arbeit bei dem Grünlanderhalt, der Landschaftspflege, der biologische Vielfalt und dem Klimaschutz leisten", fordert Hoffmann.